Knut Mueller
 

 Knut Mueller l Deutsche Szene l mixed media l 150 x 130 cm l 2009
 Knut Mueller l Uriel # II l mixed media l 100 x 150 cm l 2009
 Knut Mueller l Transall l mixed media l 100 x 150 cm l 2009
 Knut Mueller l Apache l mixed media l 100 x 150 cm l 2009 
 Knut Mueller | Fox | mixed media | 100 x 150 cm | 2009
 Knut Mueller l Parachuter # 2 l mixed media l 100 x 150 cm l 2009
 Knut Mueller l Kandahar l mixed media l 240 x 345 cm l 2007
 Knut Mueller l War Child l mixed media l 250 x 345 cm l 2001
 Knut Mueller l Samarkand l mixed media l 106 x 200 cm l 2007
 Knut Mueller l Altar # 1 l mixed media l 150 x 150 cm l 2007
 Knut Mueller l Neue Herrlichzeit l mixed media l 200 x 150 cm l 2007
 Knut Mueller l Matrix Relocated # 4 l mixed media l 160 x 120 cm l 2007
 Knut Mueller l Paar # 1 l mixed media l 135 x 165 cm l 2008
 Knut Mueller l Paar # 2 l mixed media l 120 x 150 cm l 2008
 Knut Mueller l Paar # 3 l mixed media l 120 x 165 cm l 2008
   
Webseite:  www.knut-mueller-artphoto.de

 

Das Kapitel des Krieges kann vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kontexte interpretiert und auf unterschiedliche Weise erzählt werden.
Eine dieser Erzählungen handelt vom Überlebenskampf der Demokratie und der offenen Gesellschaft mit Gegnern, die sogar vor Massenmord an Unschuldigen nicht zurückschrecken. Eine andere Erzählung schildert die letzte Phase der Festigung der Welthegemonie der USA. Eine dritte die äußersten Grenzen der Globalisierung. Eine vierte beschreibt die Dialektik zwischen religiösem Glauben und Säkularisierung in der islamischen Welt.
Diese Komplexität muss nachdenklich stimmen. Dennoch scheinen die westlichen Medien davon auszugehen, ihre Interpretation sei die einzig denkbare.
Es ist der Kosovo-Krieg von 1999, anhand dessen die Charakteristika einer heutigen Erfahrung von Krieg herausgearbeitet wurden. Ohne Massenmobilisierung bleibt die Normalität in den daran beteiligten NATO-Ländern gewahrt. Krieg findet, abgesehen vom Kontakt mit dessen Medienrealität, außerhalb der Lebenswirklichkeit des größten Teils der Bevölkerungen statt - eine soziale Tatsache des Alltags von marginaler Bedeutung.
Krieg ist seit den 1990er Jahren für die "westliche" Welt vor allem zu einem visuellen Phänomen geworden, das über die Informationsmedien wahrgenommen wird.
In einer Situation, in der sich Massenmedien im globalen System konformistisch, beinahe gleichgerichtet verhalten, in der sie in Form und Inhalt von Normen bestimmt werden, die entscheiden, was wissenswert ist, obliegt es der Kunst, eine Diskussion über die Zukunft der Gesellschaft anzuregen und somit "das Politische" darzustellen, das heißt die Bedingungen und Folgen der aktuellen Politik.
Während der Journalismus sich in einen Fürstenspiegel verwandelt, wandelt sich die Kunst zum Journalismus in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes: zur laufenden Chronik, die die gesellschaftlichen Prozesse durchleuchtet.

Symbolhafte Bilder assoziieren komplexe Geschichten. Die einzelnen Bilder verhandeln die Weltgeschichte und keine konkreten Ereignisse; sie fordern ihrem Solitärcharakter entsprechend von den Betrachtern Zeit zum gedanklichen Dialog; sie überlassen ihnen das Herstellen von Zusammenhängen und das Füllen von inhaltlichen Auslassungen.

Die als Ausgangsmaterial verwendeten Reportagefotos und Videosequenzen wurden von Knut Mueller in Kriegs- und Krisengebieten wie Irak, Afghanistan, Kosovo, Bosnien, Tschetschenien, Somalia, Libanon, Georgien aufgenommen. Auf appropriiertes Material wird verzichtet.